Dienstag, 4. Oktober 2016

[Rezension] Was fehlt, wenn ich verschwunden bin von Lilly Lindner

Bildrechte am Cover: Fischer

Autor: Lilly Lindner
Erscheinungsdatum:
Genre: Gegenwartsliteratur, Jugendbuch, Drama
Format: Taschenbuch, Ebook
Seitenzahl: 400 Seiten
Preis: 9,99€

Kurzbeschreibung:

Seit Wochen kämpft April in einer Klinik gegen die Magersucht. Ihre kleine Schwester Phoebe hat tausend Fragen, ihre Schwester antwortet nicht auf ihre Briefe und ihre Elten schweigen hilflos. Sie geben ihr keine Möglichkeit zu begreifen was ihrer Schwester fehlt, doch sie versteht wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

Meine Meinung zum Buch:

Von der ersten Seite an stiegen mir die Tränen in die Augen. Bis zum Schluß kochten die Emotionen in mir hoch und wurden mit einem Schwung freigesetzt. Ich war nicht darauf vorbereitet das es ein Brief-Roman ist. Dies hat dem Buch aber in keinster Form einen Abbruch getan. Denn trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der Briefe, ist es eine richtige Geschichte. Eine sehr emotionale Geschichte. Sogar mit großartigem Einblick in die Vergangenheit dieser kleinen Familie. Dieses Buch ist aufwühlend, nervenzerreibend & authentisch. Völlig unvorbereitet gab es Momente wo ich das Buch vor Wut am liebsten gegen die Wand gepfeffert hätte und dann wieder Momente wo ich es beiseite legen musste, weil ich vor lauter Tränen nichts mehr sah. Freude und Glück ist bei solch einer Thematik ja immer sehr rar, aber auch schmunzelnde Momente gab es.

Charaktere:

Phoebe: Unglaublich was aus einer so jungen Person rauskommt. Am Anfang fing das Grübeln an: Wie alt ist unsere Phoebe denn nun? Im Laufe der Geschichte erfahren wir das natürlich und ja was soll ich sagen. Ein soo junges Mädchen und doch reifer und schlauer als die Eltern. Sie ist wissbegierig und dennoch kann sie vieles noch nicht fassen. Ein kleines Mädchen das uns Einblick in zerrüttete Familienverhältnisse gibt und der Anker dieser Familie ist. Ich könnte stundenlang, seitenlang über Phoebe berichten und könnte ihrer kleinen Person trotzdem nicht gerecht werden. Also lest es lieber selbst!

April: Von April erfahren wir anfänglich nicht viel, außer das sie Magersüchtig ist und in einer Klinik ist. Ich möchte euch natürlich nicht Spoilern, denn sie kommt erst in der zweiten Hälfte zu Wort.

Nebencharaktere: Nun ja, hier möchte ich einmal die Eltern erwähnen. Einfach mal um meine Wut rauszulassen. Gott verdammt, was sind das für Eltern!? Zeitweise musste ich das Buch aus der Hand legen und was anderes tun, einfach weil ich soo sauer war. Das ist mir noch nie passiert. Außerdem hat Phoebe noch eine süße, sehr impulsive Freundin, die ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Eine Freundin die jeder unbedingt braucht.

Schreibstil:

Auch hier könnt ich jetzt einen Roman schreiben. Lilly Lindner ist ein absolutes Sprachphänomän. Eine Wortgewalt die mir die Sprache verschlägt. Nachdem beenden von diesem Buch, habe ich mir jedes ihrer Bücher auf die Wunschliste gesetzt. Eines der besten Schreibstile, der mir je unter die Augen gekommen ist. Und das obwohl er mal nicht locker, flockig ist.

Cover:






Ein sehr schlichtes, aber dennoch wunderschönes Cover! In einer wundervollen Farbe. Das "Ich" ist, passend zur Geschichte, so geschrieben, das es aussieht wie "verschwunden". 






Fazit: 

Ein Buch welches auf ewig ein Platz in meinem Herzen hat! Mir fehlen einfach die Worte. Das erste mal in meinem Leben, das ich fast 1 Woche gebraucht habe dieses Buch zu verarbeiten, um ein neues zu beginnen. Die größte Empfehlung, die ich euch aus diesem Genre jemals geben konnte. 

Eure Lea <3

Kommentare:

  1. Schön, dass es dich so umhauen konnte. Ich war leider ein wenig enttäuscht :/

    Liebst, Lara.

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  2. Hallo,
    mir hat das Buch auch hervorragend gefallen:)
    Ich mag normalerweise diesen "Brief-Stil" nicht ,aber dennoch konnte auch mich das Buch total umhauen.
    LG
    buechertau

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