Sonntag, 11. September 2016

Schule des Schreibens #10

Aufschieberitis! Wie fange ich bloß an?

Bildrechte: Schule des Schreibens

Warum kam dieser Beitrag nicht schon letzte Woche? Nunja, passend zum Thema habe ich es doch tatsächlich vor mir her geschoben, weil mir partout nicht einfallen möchte wie ich diesen Beitrag aufbauen soll. Also schreibe ich in wieder mal in letzter Sekunde, und eine Woche verspätet. Aufgrund meiner neuen (oder nicht mehr ganz so neuen) Projekte, habe ich gemerkt das ich leider sehr stark darunter leide. Deswegen habe ich mich auch durch dieses Thema gelesen und möchte euch mein wissen nun weitergeben.

Was ist das eigentlich? Aufschieberritis?

Aufschieben, auch Prokrastination genannt, handelt sich um eine Art Vertagung, wenn sie etwas für morgen aufheben. Um von Prokrastination reden zu können, müssen drei Punkte erfüllt sein: Kontraproduktivität, mangelnde Notwendigkeit und Verzögerung. 

Ganz besonders bei schwierigen oder lästigen Aufgaben neigen wir dazu es aufzuschieben z.B. die anstehende schriftliche Hausarbeit, das Putzen des Badezimmers, dein Buch muss überarbeitet werden u.s.w. Außerdem kommen noch neue Erfindungen hinzu, wie die "Schlummertaste", die das aufschieben nur noch begünstigen. Und so wird ganz schnell eine schlechte Angewohnheit draus. Es kann auch schnell umschlagen und schwerwiegende Konsequenten mit sich ziehen.

Prokrastination gilt heute längst nicht mehr als Faulheit, Willensschwäche oder Disziplinsschwäche müder Studenten. Sondern ist sehr weit verbreitet. Aber das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun, sondern ist in ausgeprägter Form ein Problem der Selbststeuerung. Mittlerweile ist es sogar ein ernstzunehmendes, psychisches Problem, wo man sich auch schon professionelle Hilfe holen kann. Ihrer Erforschung widmen sich Psychologen, Neurowissenschaftler und Ökonomen. Sie alle wollen verstehen, warum die Aufschieberitis auftritt und wie sie sich vermeiden lässt. 


Warum leiden so viele Menschen darunter?

Wissenschaftler um Manfred Beutel von der Universitätsmedizin Mainz haben in einer groß angelegten Studie (Teilnehmer: 2.527 Personen im Alter von 14 bis 95 Jahren) herausgefunden: Das Phänomen ist vor allem bei jungen Menschen weit verbreitet, mit erheblichen Folgen: Menschen, die wichtige Tätigkeiten aufschieben, leben häufiger ein Single-Dasein, sind vermehrt von Arbeitslosigkeit betroffen, verfügen über ein geringes Einkommen. Hinzu kommt: Sie leiden auch öfter unter Stress, Depression, Angst, Einsamkeit und Erschöpfung.

Es gibt mehrere Faktoren warum die "Aufschieberitis" eine Volkskrankheit ist. Diese 5 Faktoren sind die häufigsten Begünstiger fürs Aufschieben:
  • Prioritäten werden falsch gesetzt
  • Konzentrationsprobleme
  • Versagensängste, Perfektionismus
  • Abneigung gegen die Aufgabe
  • Über- oder Unterbewertung der eigenen Leistungsfähigkeit
Ein bisschen aufschieben ist normal. Wir sind alle nur Menschen und keine Maschinen. Dennoch kann das aufschieben sehr lästig werden, im schlimmsten Fall sogar krankhaft. Wie oben schon genannt, leide ich stark unter "Aufschieberitis" und dies sind meine Faktoren: Perfektionismus, Unterbewertung der eigenen Leistungsfähigkeit, Prioritäten werden falsch gesetzt, Versagensängste! Ja da habe ich wohl noch viel Arbeit vor mir! 


Typologie: 5 verschieden Arten zu prokrastinieren!

Habt ihr euch schon wieder erkannt? Wenn nicht, dann werdet ihr spätestens jetzt, in der nachfolgenden Typologie, einige Auschieberitis-Facetten an euch entdecken. 

Der Saubermann:
Normalerweise stapeln sich Zeitschriften, leere Kaffeetassen, Akten und Projektunterlagen auf deinem Schreibtisch. Ein solches Arbeitsumfeld ist für dich kein Problem. Du findest das Chaos eigentlich ganz gemütlich. Kommt allerdings eine wichtige Deadline auf dich zu oder stehst du vor einem unangenehmen Kundengespräch (bei Studenten ist es in der Regel eine Klausur in einem unliebsamen Fach), packt dich die Ordnungswut. Plötzlich müssen der Schreibtisch oder die Wohnung blitzblank sein, bevor er durchstarten kann.

Standardausrede: "Ich muss erst noch das Geschirr abwaschen, die Unterlagen sortieren und den Schreibtisch aufräumen, aber dann fange ich auch wirklich an." 

Der Panikmacher:
Zu Beginn bist du noch ganz gelassen. Die Deadline liegt in weiter Ferne. Alles ist super. Genügend Zeit, um sich angenehmeren Dingen zu widmen. Kurz vor knapp fällt dir dann doch ein, dass da noch eine Aufgabe offen ist. Jetzt wird dir bewusst, wie viel Zeit du untätig hast verstreichen lassen und bekommst Panik. Du verrennst dich so sehr in deine Panik, dass du dir selbst im Weg stehst und am Ende unzufrieden mit dem Ergebnis deiner Arbeit bist.

Standardausrede: "Das hat noch Zeit."

Der Listenmacher:
Bevor du dich an die Arbeit machst, musst du eine To-Do-Liste erstellen. Ohne Liste geht bei dir gar nichts. Darauf schreibst du auch haarklein, was alles erledigt werden muss. Doch am Ende hast du zwar eine schöne Liste gemacht, die wichtigen Aufgaben darauf sind dennoch nicht erledigt.

Standardausrede: "Ich mache mir schnell eine Liste."

Der Multitasker:
Am liebsten arbeitest du an mehreren Aufgaben und Projekten gleichzeitig. Du fängst eine Sache an, hast dann einen Einfall zu etwas ganz anderem und widmest dich dann dieser Aufgabe. Irgendwann stapeln sich lauter begonnene Aufgaben auf deinem Schreibtisch, doch keine davon hast du beendet.

Standardausrede: "Mir fällt da etwas ein."

Der Internet-Junkie
Du bist ständig online, wenn nicht am Rechner, dann mit dem Smartphone. Alle paar Minuten checkst du deine E-Mails, prüfst, was in deinen sozialen Netzwerken los ist und schaust dir Videos an. Das machst du nebenbei, während du eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt bist. Ohne es zu merken, vertrödelst du damit Stunden deiner Zeit. 
Standardausrede: "Was ist denn so auf Facebook los?"

Erkennt ihr euch jetzt wieder?

Nein?
Na dann Glückwunsch, ich freue mich für dich. Denn entweder hast du das Problem schon in den Griff gekriegt oder du gehörst zu den wenigen glücklichen, die nicht darunter leiden. Schreib doch gerne in die Kommentare.

Ja? 
Dann freue dich auf nächste Woche! Denn ich werde hier jetzt einen Schlußstrich ziehen, da der Beitrag schon gefühlte 10000 Wörter lang ist. Gesplittet geht es dann in Teil 2 weiter mit meinen Tipps und Tricks um diese lästige, schlechte Angewohnheit los zu werden oder zu umgehen.

  
Nächsten Sonntag: Meine Tipps gegen Aufschieberritis/Prokrastination!
Eure Lea <3 

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