Mittwoch, 10. August 2016

[Rezension] Wie viel Leben passt in eine Tüte von Donna Freitas

Bildrechte am Cover: DTV

Autor: Donna Freitas
Erscheinungsdatum: 1. November 2014
Verlag: Dtv Verlag
Genre: Jugendbuch, Drama
Seitenzahl: 400 Seiten
Preis: 8,95 €

Kurzbeschreibung:

Am Tag der Beerdigung ihrer Mutter, findet Rose eine schlichte, braune Papiertüte. "Roses Survival Kit" steht drauf. Es ist ein letztes Geschenk ihrer Mutter und zwingt Rose auf eine Reise, worauf sie sich nur zögernd einlässt. Ein Ipod mit Liedern, ein Foto mit Pfingstrosen, Papiersterne, ein Kristallherz... unweigerlich führt sie jedes dieser Gegenstände auf seltsame Weise zu Will, dem Gärtner. Schon bald fäng sie wieder an richtig zu leben und empfindet mehr, als bloße Freundschaft für Will. 

Meine Meinung:

Ich habe den Klappentext von vornherein falsch gedeutet oder ihn mir nicht richtig durch den Kopf gehen lassen. Auf jeden Fall wird von dieser "Reise" nicht als Reise durch die Länder gesprochen, sondern metaphorisch für die Reise zurück zu Rose´s normalem Leben. Dies hat mich aber glücklicherweise nur die ersten paar Seiten verwirrt. Nachdem ich dann endlich richtig im Buch angekommen bin, konnte ich mich auch voll auf die Geschichte und Protagonisten konzentrieren. Die Geschichte ist von der Idee, bis auf die sogenannten "Survival Kits" nichts Neues. Leider war es zum größten Teil sehr vorhersehbar, was nichts schlechtes sein muss. Dennoch wurde auch nicht viel Spannung aufgebaut und es gab auch nicht sonderlich viel Handlung. Dennoch habe ich dem Buch die Chance gegeben und habe mich von so manch einem Charakter überraschen lassen. Rose war leider so überhaupt nicht auf meiner Wellenlänge. Ich kann, zum Glück, nicht nachvollziehen was ich in so einer Situation alles machen würde, aber die Handlungsweise von Rose fand ich sehr oberflächlich und egoistisch. Sie hat mich manchmal ziemlich verzweifeln lassen. Der Gärtner Will, ihr Bruder Jim, ihre indische beste Freundin Krupa und Grosmutter Madison sind allesamt wunderbar. Jim, der selbst nicht weiß wie er mit seiner Trauer umgehen soll, ist dennoch immer für Rose da. Krupa, die sehr gut singen kann, unterstützt Rose wo sie nur kann und tut alles damit es ihr wieder besser geht. Großmutter Madison, hach, ich liebe sie einfach. Sie hat eine raue und manchmal eher unfreundliche Art, aber genau das hält die Familie irgendwie zusammen und das gefällt mir so an ihr. Nun zu Will, er hat selber einen großen Verlust erlitten und gemeinsam versuchen sie darüber hinwegzukommen. Die beiden sind sehr süß zusammen, haben aber manchmal ihre schwierigen Momente. Will ist mir sehr ans Herz gewachsen, auch wenn er einige Fehler hat, die aber immer glaubwürdig sind und das macht ihn mir noch sympathischer. Der letzte Nebencharakter der mir noch im Kopf hängen geblieben ist: Ihr Vater! Nun ja, der hat mich wahnsinnig gemacht. Anstatt seinen Kindern bei der Trauerarbeit zu helfen, bereitet er den beiden nur noch mehr Kummer, indem er sich betrinkt und nichts mehr auf die Reihe bekommt. Außerdem ist er manchmal zu weit im Vordergrund der Geschichte, um dann die nächsten Kapitel komplett unterzutauchen. 

Cover:

 
Zum Kauf hat mich dieses Cover nicht animiert. Leider finde ich es zu schlicht. Schlichtheit ist ansich nichts schlimmes aber hier fehlt mir etwas, damit das Cover heraussticht. Das einzige positive: das Rosa als Grundfarbe.


Fazit:

Ein Buch, welches man lesen kann, aber man sollte nicht zu hohe Erwartungen haben. Ohne die "Survival Kits", die zum Teil tollen Nebencharaktere und die Musik (die eine tragende Rolle spielt) wäre es eine 08/15 Geschichte, die es schon massenhaft gibt. Wer ein Buch mit ruhigem Verlauf und leichtem Schreibstil sucht, vielleicht sogar grad selber Trauerarbeit bewältigen muss, der sollte es sich mal angucken. 

Eure Lea <3

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