Sonntag, 10. Juli 2016

Schule des Schreibens #5

Warum will ich schreiben lernen?

So heute habe ich es dann endlich geschafft, diesen Text zu verfassen. Ihr bekommt heute von mir das Ergebnis meiner ersten Einsendeaufgabe zu sehen. Dieser Text ist noch nicht von meinem Studienleiter kommentiert. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen.

Das schwarze Schaf 

 Ich habe lange überlegt wie ich jetzt anfangen soll. Ganze 3 Wochen brauchte ich um mich jetzt hinzusetzen, diesen Text zu schreiben. Ich habe überlegt was ich erzählen soll und was nicht. 80 Zeilen sind auch ziemlich schnell geschrieben. Schließlich bin ich zu dem Entschluss gekommen meinen Werdegang zu schildern, mit den Tiefpunkten, die mich dahin gebracht haben wo ich jetzt bin. Wenn ich alles erzählen würde, könnte ich ein ganzes Buch füllen. Ich fange einfach mal an. Warum will ich schreiben lernen? Nun ja ich fange mal von ganz vorne an. Ich habe eine wunderbare Kindheit gehabt und bin sorgenfrei aufgewachsen. Zu dieser Zeit war das Lesen meine größte Leidenschaft, auch das Schreiben war ein Bestandteil meiner Kindheit. Kleine Märchen, Fabeln und Kurzgeschichten wurden jeden Tag geschrieben. Sobald ich für mich selber denken und entscheiden konnte, ist alles immer schwieriger geworden. Auch ich habe in der Schulzeit meine rebellische Phase gehabt, mit schlechten Noten, der ersten Zigarette und falschen Freunden. Ein Glück habe ich in letzter Sekunde die Notbremse gezogen und meinen Realschulabschluss mit Bravour gemeistert. Da ich keinen Ausbildungsplatz gefunden habe, bin ich zu Plan B übergegangen: Das Abitur. Genau hier begann die Kette der falschen Entscheidungen. Nach 3 Monaten Oberstufe, habe ich die Schule abgebrochen. Ich begann eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel, aber auch die wurde von Seitens des Betriebs abgebrochen. Nach dem Beginn der zweiten Ausbildung, im selben Beruf, fiel ich in eine starke Depression. Das Ganze mit 19 Jahren! Somit habe ich aus gesundheitlichen Gründen auch diese beendet. 3 Jahre lang hing ich dann in einer geringfügigen Beschäftigung fest. Ich wohnte nicht mehr Zuhause! Und ich muss sagen mit nur 450€ im Monat, lebt man am Existenzminimum. Ohne meinen Partner an meiner Seite wäre ich wahrscheinlich nie aus meiner Depression rausgekommen. Genau hier, mit 22 Jahren, fing ich dann an mir Gedanken zu machen. Was will ich aus meinem Leben machen? Wo sind all meine Träume aus der Kindheit geblieben? Die ganzen Jahre hangelte ich mich immer nur von Job zu Job, ich brauchte ja schließlich ein Dach übern Kopf und Essen auf dem Tisch. Viele haben mich gefragt, warum ich denn nicht zu meinen Eltern zurückziehe, um wieder auf die Beine zu kommen. Nun ja, ich bin nicht ohne Grund mit 18 von Zuhause ausgezogen. Mein ganzes Leben war ich das „schwarze Schaf“ der Familie. Ich war immer die, die nichts auf die Reihe kriegt. Meine Brüder, haben die Familie immer stolz gemacht und ich? Ich hatte immer meinen eigenen Kopf. Immer wenn ich meiner Familie beweisen wollte, dass ich etwas durchziehen kann, ist es grundsätzlich schiefgelaufen. Das einzige was ich bis dahin durchziehen konnte, ist die Beziehung mit meinem Herzensmann. Und auch die war nicht immer ein Zuckerschlecken. Während der 7 Jahre Beziehung die wir schon auf dem Buckel haben, sind wir Höhen und Tiefen durchgelaufen. Im Normalfall, würde ich für diese Beziehung nicht so kämpfen, wie ich es tue. Auch hier war ich manchmal am Ende meiner Kräfte. Aber dieser Mann, der nun auf unserer Couch sitzt, hat mir so viel gegeben. Er hat mir, wenn auch eher unbewusst, gezeigt wofür es sich zu Leben lohnt und das man seine Träume verfolgen sollte. Ganz egal was andere denken! Ich fing wieder an zu lesen und auch zu schreiben. Bis zu 20 Bücher lese ich im Monat. Mit meinen mittlerweile 361 Büchern die ich besitze, entfliehe ich dem tristen Alltag und rege meine Fantasie wieder an.  Ich habe aufgehört meiner Familie etwas beweisen zu wollen. Ich habe meinen Job gekündigt und mir einen Job im Büro gesucht. Seitdem ich optimistisch denke, gelingen mir die Dinge im Leben immer besser. Eines Tages setzte ich mich hin und habe mir überlegt: Was ist dein Traum? Welche Ziele hast du? Ich bin immer wieder unweigerlich zu einem eigenen Buch gekommen. Ein Buch kann bei mir unendlich viele Gefühle auslösen, das möchte ich auch bei anderen Menschen schaffen. Ich möchte meine Erfahrungen verarbeiten, manch eine habe ich ganz tief vergraben und wenn ich sie jetzt ausgrabe, kochen meine Emotionen über und ich schreibe. Ich schreibe alles auf was mich beschäftigt. Es fühlt sich an als ob eine Last von mir abfällt. Dies war der Zeitpunkt, mich an der Schule des Schreibens anzumelden. Ich habe jetzt ein Ziel. Meine Familie hat mir gesagt sie sei stolz auf mich und sie werden mich, in meinem Vorhaben unterstützen. So glücklich wie heute, war ich seit meiner Kindheit nicht mehr. Mein Leben läuft endlich in den richtigen Bahnen. Ich freue mich sehr auf die Zeit hier und kann es kaum erwarten mir meinen Traum zu erfüllen. Habe schließlich lange gebraucht um mir dessen klar zu werden.


Nächsten Sonntag: Johanna! Steckbrief der Hauptprotagonistin in meinem ersten Projekt/Buch! 
Eure Lea <3

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